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  2. Die Jahre 1990 – 1999

Für großes Aufsehen sorgte dann die Tischtennis-Jugendabteilung. Es gelang der Aufstieg in die Verbandsliga – der höchsten Jugendklasse überhaupt. Nur 5 Jahre nach der Gründung spielte man sich von der 3. Kreisklasse empor und stieg nacheinander in die 2. Kreisklasse, 1. Kreisklasse, Kreisliga, Bezirksliga und dann 1990/1991 in die Verbandsliga auf – ein echter Durchmarsch! Seit der Gründung ist Wolfgang Paschke Leiter der Abteilung Tischtennis. Der Gesamtverein expandierte kräftig weiter. Als neue Abteilung konnten die Volleyballer im Verein begrüßt werden. Jo Lohre gründete die Abteilung. Später erwarb Astrid Breiderhoff den Übungsleiterschein und übernahm das Training. Zu Beginn des Jahres 1990 konnte der TuS 625 Mitglieder in 9 Abteilungen verzeichnen, geleitet von 14 Übungsleitern und vielen ehrenamtlichen Helfern. Im Frühjahr 1990 starb dann der langjährige Kassenwart Heinz Menning. Das vakante Amt wurde zunächst von Thomas Funke und Sebastian Wahl gemeinsam bis zur nächsten Mitgliederversammlung geführt.


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Alexander Gerdes, Dirk Busenbach, Sebastian und Christian Paschke

In der Frage der Turnhalle konnten Fortschritte erzielt werden. Es wurden Gespräche mit der Gemeinde Reichshof geführt und im Juni 1990 stellte Gemeindedirektor Rolland den Bau einer neuen Halle in Aussicht.

Einen Neuanfang mussten die Fußballer starten, nachdem man in die Kreisliga C abgestiegen war. Andreas Clemens engagierte man als Trainer und zum Trainingsauftakt der 1. und 2. Mannschaft erschienen 38 Spieler. Zum Ende des Jahres 1990 wurde man schließlich Herbstmeister. Ärgster Widersacher und Verfolger war die Reserve des 1. FC Reichshof. Unter der Leitung von Karl Heinz Wiest entwickelte sich die Jugendabteilung sehr gut und Abteilungsleiter Manfred Link konnte auf der Mitgliederversammlung am 19. Februar 1991 berichten, dass die Jugendabteilung so gut wie seit etlichen Jahren nicht mehr dasteht.

In dieser Mitgliederversammlung konnte das 100-Jährige Bestehen des Vereinslokals und gleichzeitig der 60. Geburtstag des Vereinswirts gefeiert werden – die Teilnehmer waren Gäste des Hauses – selten war eine Versammlung so gut besucht. Zum neuen Kassenwart wurde Thomas Funke gewählt. Nach dem dann doch zügigen Bau der neuen Turnhalle wurden die Abteilungsleiter aufgefordert, sich Gedanken über die Hallenbelegung zu machen.


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Sporthalle “Hahnbucher Straße”

1991 befand sich die Schwimmabteilung in einer Umbruchphase. Nach langjährigem Wirken beendete Hans Otto Gries seine Trainertätigkeit und neue, junge Kräfte übernahmen die Leitung: Carsten Fuchs, Edeltraud und Monika Overmöhle, sowie Markus Berghs.

Am 21.6.1991 wurde Eckenhagen heilklimatischer Luftkurort. Im Rahmen des Festaktes zur Urkundenverleihung durch Staatssekretär Dr. Bodenbender machte die Seniorenturngruppe eine Vorführung.

Alle Abteilungen entwickelten sich gut und erhielten zum Jahresanfang 1992 Zuwachs durch die Herzsportgruppe. Erste Leiterin war Hanna Wigger. In der Fußballabteilung lebte die Diskussion um einen Hartplatz neben dem Stadion wieder auf. Auch ein Clubheim sollte geplant werden, beides in Eigenleistung. Hierzu fand im April 1993 ein Ortstermin mit Vertretern des Gemeinderates, der Verwaltung und des TuS statt.


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Festzug im Rahmen der 825-Jahrfeier des Ortes Eckenhagen am 3.5.1992

Die Mitgliederversammlung im Oktober 1993 stand im Zeichen des bevorstehenden Wechsels in der Vereinsführung. Sebastian Wahl hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Nach 23 Jahren überaus erfolgreicher Vereinsführung mit großem persönlichem Einsatz wurde er aus dem Amt verabschiedet. Sein kontinuierliches Wirken führte zu einem Aufschwung im Verein. Allein die Mitgliederzahl wurde mehr als verdoppelt. Bei Amtsantritt im Juni 1970 zählte der Verein knapp 250 Mitglieder in 4 Abteilungen. 1993 waren es über 700 (zum 31.12.1992 genau 711 Mitglieder) in den 10 Abteilungen und Unterabteilungen Ski, Turnen, Tischtennis, Fußball, Schwimmen, Judo/Jiu-Jitsu, Volleyball und Koronarsport. Zahlreiche Neuerungen wurden unter seiner Regie eingeführt und neue Sportarten fanden unter dem Dach des TuS Eckenhagen ein Zuhause. An dieser Stelle soll Sebastian Wahl nochmals für seine Verdienste um den Verein gedankt werden. Mit dem ersten Vorsitzenden verabschiedete sich auch das lange Jahre erfolgreiche Team, der 2. Vorsitzende Jürgen Krell und Carla Törell als Geschäftsführerin. Bei den anstehenden Neuwahlen wurde Thomas Funke einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Mit 26 Jahren einer der jüngsten Vorsitzenden in der Vereinsgeschichte. Ihm zur Seite standen Frank Hartmann-Bruch als Geschäftsführer sowie Astrid Breiderhoff als Kassenwartin.

In der Schwimmabteilung machte man sich unterdessen Sorge um die geplante Privatisierung des Freizeitbades. Kann man dann noch ausreichend Trainieren?

Zu Beginn des Jahres 1995 konnte der neue Vorsitzende gleich eine besondere Ehrung aussprechen: Christian Köllenbach erhielt für 70-jährige Mitgliedschaft das Treue-Wappen des Vereins. Als alter Turner und Urgestein des Vereins konnte er sich darüber freuen, dass mit Jenny Meyer eine Turnerin zur neuen 2. Vorsitzenden gewählt wurde. Mit einem Durchschnittsalter von 31 Jahren stand dem TuS damit der jüngste Vorstand der Vereinsgeschichte vor.

Aus sportlicher Sicht liefen die Mitglieder der Skiabteilung wieder ins Rampenlicht. Auch das Fehlen der „weißen Unterlage“ konnte die Läufer nicht stoppen. Weil es an beständiger und ausreichender Schneelage mangelte, konzentrierte man sich auf den Rollskilauf. Seit 1993 war man Mitglied des Deutschen-Rollski-Verbandes. Unter der Leitung von Herbert Wirths wurden regelmäßig Rollski-Rennen in Hespert organisiert. Der Lauf im Jahre 1995 war gleichzeitig sowohl Finale des Deutschland-Grand-Prix als auch Bestandteil der WMQualifikation! Überragender Einzelathlet war Meinolf Koch. Er wurde 1995 Doppel-Europameister bei der EM in Sonthofen (Einzelrennen Flachstrecke und Deutschland-Staffel).

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von links Meinolf Koch, Ingo Schöler, Axel Feld, Theo Stotzem und Herbert Wirths


1996 krönte er dann seine Laufbahn mit dem Weltmeistertitel bei den Meisterschaften in Ungarn. Eine nicht zu „topende“ sportliche Leistung! Als Dank und Anerkennung für seine herausragenden sportlichen Leistungen, die ihn zum erfolgreichsten Sportler im Verein machten, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Juni 1995 gründete sich die Handballabteilung um Gert Fischer. Auch die Turner waren wie all die Jahre zuvor aktiv. Ausgedehnt wurde das Kinderturnen mit „Turnen im Vorschulalter“ und Silke Wurm bot Aerobic an. Die Volleyballer entdeckten, dass auch im Oberbergischen „Freiluftsport“ möglich ist – zumindest wenn das Wetter mitspielt. Es wurde ein Turnier im Stadion organisiert. Petrus hatte ein Einsehen und so baggerten und pritschten 22 Teams aus dem gesamten Kreis „bei glühender Hitze“ um den Sieg – so jedenfalls die Erinnerung von Jo Lohre an einem nasskalten Wintertag im Januar 1996 beim Schreiben des Berichts für die Jahreshauptversammlung …

Die Fußballabteilung konnte im August ihr 75-jähriges Bestehen feiern.

Für Schlagzeilen und Unruhe sorgten Planungen für einen fünfgeschossigen Hotel-, Wohn- und Freizeitkomplex in unmittelbarer Nähe des Stadions auf der Wiese im Fuchswinkel. Rückschauend betrachtet waren die Ängste zum Glück unbegründet …

Die kontinuierliche Jugendarbeit der Fußballer zahlte sich aus: In 8 Mannschaften spielten in der Saison 1996/1997 sage und schreibe 120 Jugendliche aktiv Fußball – so viele wie nie zu vor im TuS. Unter dem Trainer Roland Golombeck schaffte die 1. Mannschaft endlich wieder den Aufstieg in die Kreisliga A. Gleich in der ersten Saison 1995/1996 hätte man fast die Sensation geschafft, als Aufsteiger den Titel zu gewinnen. Eine unglückliche Niederlage im letzten Spiel in Waldbröl verhinderte aber den Aufstieg in die Bezirksliga.

In der Sommerpause organisierten die Fußballer ein Blitz-Turnier im Stadion: Die Bundesligamannschaft von Bayer 04 Leverkusen, Oberligist Preußen Münster und der Kreisligist TuS Eckenhagen traten zum Kräftemessen an. Sieger wurden die Münsteraner. Für die vielen Zuschauer und die Spieler des TuS war das Turnier aber in jedem Fall ein besonderes Erlebnis.

Nicht nur sportlich war der Verein aktiv, man übte sich auch in direkter Demokratie. Nachdem der Gemeinderat beschlossen hatte, den Bau einer neuen Turnhalle (heute Sporthalle am Bromberg) zurückzustellen, brodelte es unter den Sportlern. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1997 sprach man sich dann in der Diskussion dafür aus, die zur Zeit laufende Unterschriftenaktion zur Erlangung eines Bürgerbegehrens intensiv zu unterstützen. Dieser Einsatz verfehlte seine Wirkung nicht!

1998 schafften dann auch die Fußballer des TuS ihren großen Erfolg. Der Aufstieg in die Bezirksliga wurde besiegelt. Die Freude währte aber nur kurz. Weil der Aufstieg erst in den Relegationsspielen gesichert werden konnte, war die Planungszeit für die neue Saison zu knapp und sinnvolle Verstärkung konnte nicht mehr gefunden werden. Leider meldeten sich in der Folge 17 Spieler aus den beiden Seniorenmannschaften ab. Der Fußballvorstand war gezwungen die 1. Mannschaft vorzeitig vom Spielbetrieb abzumelden und kam zu dem Schluss, künftig wieder mehr auf sportliche Eigengewächse zu setzen. Die Voraussetzungen waren gut: Als einziger Verein im Reichshof konnte der TuS alle sieben Jugendmannschaften besetzen und erzielte mit diesen gute Erfolge.

Im gleichen Jahr war noch einmal Eigeninitiative beim Bau von Sportstätten gefordert. Es konnte zwar nicht ganz an die 1920´er Jahre angeknüpft werden, als ein ganzer Sportplatz entstand. Aber die Volleyballer legten sich mächtig ins Zeug und formten mit viel Sand einen echten Beachvolleyballplatz – Copa-Cabana-Feeling im Stadion!

Im Jahr 1999 konnte dann endlich „Am Bromberg“ die Eröffnung einer Zweifachturnhalle gefeiert werden. Die Raumnot hatte endlich ein Ende. Platz war auch bitter nötig. Allein die von Carla Törell geleitete Abteilung Frauenturnen war auf über 100 Mitglieder angewachsen. Nach über 20 Jahren Übungsleitertätigkeit beschloss sie, zur Jahrtausendwende kürzer zu treten. Sabine Bauer sollte ihre Nachfolgerin werden. Der Gesamtverein hatte zum 01.01.1999 791 Mitglieder. Erstmals wurde auch über eine mögliche Fusion der Fußballabteilungen des TuS Eckenhagen und des 1. FC Reichshof-Sinspert-Wehnrath nachgedacht. Auf der Jahreshauptversammlung im August 1999 wurde ein Ausschuss gebildet, welcher sich näher mit der Thematik befassen sollte. Ein erster Anstoß für eine gemeinsame Zukunft der zwei Vereine. Zunächst ging man aber noch getrennte Wege.

In Sinspert ging die erfolgreiche Ära von Heiner Schmitz zu Ende. 1989 übernahm Günter Nierstenhöfer von ihm den Posten des 1. Vorsitzenden des 1. FC Reichshof und dankte in seiner Antrittsrede für dessen langjähriges Wirken. Hartmut Schöler wurde dann 1991 als sein Nachfolger gewählt, gefolgt von Thomas Schulte zwei Jahre später. Schließlich übernahm 1995 Egon Ötterer Verantwortung und stellte sich zur Wahl – die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung wählten den langjährigen 2. Vorsitzenden an die Spitzenposition des Vereins zum neuen 1. Vorsitzenden. Zu erwähnen ist noch, dass nicht nur der Vorsitzende allein den Verein führte, sondern selbstverständlich ihm auch Geschäftsführer, Kassierer und viele Andere zur Seite standen. Der 2- jährige Wahlturnus brachte während dieser Zeit aber so viele verschiedene Personen in die wichtigen Ämter des Vereins, dass deren Aufzählung den Umfang der Festschrift sprengen würde.

Sportlich etablierte sich die „Erste“ des 1. FC Reichshof mit wechselndem Erfolg in der Kreisliga A, stieg dann aber leider in die Kreisliga B ab. Wie schon Ende der 1970`er Jahre sprangen aber wieder die Frauen in die Bresche, um den Namen des Vereins in den Schlagzeilen zu halten. Unter Trainer „Kalle“ Luhmann gelang 1993/1994 nach mehreren vergeblichen Anläufen der Aufstieg in die Landesliga. Gleich die erste Spielzeit war ein toller Erfolg, spielte man doch von Anfang an oben mit. Udo Grümer und Co-Trainer Andreas Mortsiefer formten dann eine schlagkräftige Truppe um das Sturmduo Stephanie Klein, Iris Bitter und den Mittelfeldmotor Birgit Wötzel. Beständig wurde um die vordersten Tabellenplätze mitgespielt, immer in Sichtweite der Verbandsliga.

Im Sommer 1997 konnte das 25–jährige Bestehen der Damen-Fußballmannschaft mit einem großen Turnier gefeiert werden. Die Damen entwickelten sich zum Aushängeschild des Vereins. Die Ende der 1990´er Jahre angedachte Fusion der beiden Vereine wurde zunächst nochmal auf Eis gelegt. Zu groß waren noch die Differenzen zwischen Sinspert und Eckenhagen …


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25 Jahre Damenfußball beim 1. FC Reichshof

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